PC NETZTEIL

Sicherheitshinweis: Alle beschriebenen Arbeiten sind selbstverständlich an einem abgesteckten PC-Netzteil auszuführen. Ich übernehme keine Haftung für Folgeschäden. Nachmachen auf eigene Gefahr!!!

Es muss nicht immer ein teures 12V Labornetzteil sein, um ein mobiles Ladegerät stationär mit Strom zu versorgen. Ein billiges PC-Netzteil (4-5 €) tuts genauso, es ist aufgrund der Massenproduktion um ein vielfaches preiswerter als manches Labornetzteil. Zwar liefert es nicht exakt 12 V (meist 11,5-12,4 V), aber das ist ja bei der Autobatterie auf dem Flugplatz auch nicht der Fall.

Man kann das Netzteil entweder vom gerade laufenden PC anzapfen, oder sich ein neues, einzig für diesen Zweck kaufen.

Zur ersten Methode (eingeschalteter PC): Wer schon einmal am PC rumgeschraubt hat, kennt sicherlich den Stromstecker, der für die Fesplatte/CD-Rom/DVD... Laufwerke verwendet wird. Das gelbe Kabel liefert 12V, das rote 5 V, und die beiden schwarzen 0 Volt (Masse). Welcher der beiden schwarzen Leiter verwendet wird, ist in unserem Fall egal. Interessant ist also der gelbe (12V) und einer der schwarzen Stecker.




Am einfachsten schafft man eine Steckverbindung mit abgebildeten Stecker. Wobei dieser Stecker noch zusätzlich einen 5V Anschluss hat (anderer Verwendungszweck), und der 12V und Masseanschluss doppelt vorhanden ist (für 2 Ladegeräte gleichzeitig). Dieser Stecker wird einfach wie ein CD-ROM Laufwerk angesteckt. Die notwendigen Teile findet man in jedem gut sortierten Elektronikgeschäft.





Natürlich lässt man diesen Stecker nicht einfach so aus dem PC Gehäuse rausbaumeln, ich habe die 4 mm Bananenbuchsen an die Diskettenlaufwerk Slotblende festgeschraubt, was auch auf dem vorherigen Bild gut zu erkennen ist. Ich hab das ganze jetzt schon ca. 1,5 Jahre so laufen, und hatte bei fast täglichem Gebrauch nie Probleme. Es sei denn, ich lade mit 2 Schulze Ladern gleichzeitig mit jeweils 5,5 A (=11 A). 2 x 4 A (=8A) sind ohne Spannungswarnmeldung möglich.




Bei der zweiten Methode (Netzteil ohne PC) geht man fast genauso vor, mal abgesehen von der Slotblende. Handelt es sich um ein ATX Netzteil, so muss es zuerst „künstlich„ eingeschaltet werden - denn alleine über den Netzschalter, wie es bei den AT-Netzteilen der Fall ist, reicht nicht. Dies ist allerdings ganz einfach, man muss bei dem Mainboardstecker einfach den grünen und einen der schwarzen Stecker verbinden. Ich habe ein Stück Lötzinn an den Enden umgeknickt, und dann einfach in die Pinhülsen reingedrückt (siehe Foto).




Zwar ist das Netzteil jetzt an, aber es kann auf der 12V Leitung noch keine hohen Ströme liefern, erst wenn die 5 Volt Stromversorgung (roter Stecker) auch unter Last läuft sind höhere Ströme möglich. Also wird als nächstes am ausgeschalteten Netzeil, an den roten und schwarzen Stecker eine Fahrrad-, KFZ Glühbirne oder 12V 35 Watt Glühbirne als Verbraucher angelötet, oder im letzteren Fall mit einer Lüsterklemme festgeklemmt.




Zur Methode mit geringstem Kabelsalat:
Möchte man möglichst wenig Kabelsalat haben, so sollte man sich erst einmal den Mainboardstecker genau ansehen. Kabel die gemeinsam zu einem Pin führen, werden am Kabelanfang mit einem Stück Tesa markiert. Das ist z.B. bei den beiden orangen Kabeln (s.Abb.) der Fall.




Nun kürzt man alle Kabel auf ca. 10 cm.




Man verlötet das grüne mit einem der schwarzen (nicht grau) Kabel, verlötet die mit dem Tesa markierten Kabel (in meinem Fall die orangen, kann sein dass es überall so ist). Nun lötet man zwischen einem der roten und schwarzen Kabel einen Verbraucher/Widerstand (12V Glühbirne).





Sollte das Lötzinn auf der Glühbirne nicht halten, greift man einfach zu Lüsterklemmen.




Jetzt wird noch an je einem gelben und schwarzen Kabel eine 4mm Goldbuchse angelötet. Alle Enden der übrigen Kabel werden jetzt noch isoliert (Schrumpfschlauch, Isolierband, Tesa...).




Mit dem knapp 5 € teuren Netzteil von pollin.de konnte ich einen 9 Zellen Akku konstant mit 5 A laden, die Spannung blieb dabei über 11,3 V. Bei niedrigeren Ladeströmen beträgt die Spannung knappe 12V.


Noch ein paar Hinweise:
Das Ladegerät sollte vor Einschalten des Netzteiles angesteckt sein, die meisten schalten sich ansonsten während dem Anstecken wieder aus. Der 5V Kreis muss nicht zwangsläufig belastet werden, mehr als 0,5 A Ladestrom sind dann aber meist nicht möglich. Beachten Sie die hohe Temperatur der Glühbirne!

Alle hier beschriebenen Arbeiten werden auf eigene Gefahr durchgeführt, ich übernehme keine Haftung für Folgeschäden.


Johann Irnstetter



Nachtrag:

Ein Tipp von Matthias Link:
Statt der 35W Halogen Lampe kann auch einfach ein 25 Watt (Hochlast-)Widerstand(Kosten:0,5Euro bei pollin.de) angelötet werden, welcher dann im Luftstrom des Netzteils gekühlt werden kann. So werden keine hohen Temperaturen erreicht(max 30°C) und man hat auch keine störende(?) Lichtentwicklung.


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