SIDE-BY-SIDE VERLÖTUNG

Die Side by Side Verlötung mit Kupferdraht hat im Gegensatz zur Inline Verlötung einige Vorzüge. Die Kurzschlussgefahr bei Abstürzen ist beispielsweise fast ausgeschlossen, da sich die Pole nie direkt berühren können. Die Lötstellen sind direkt sichtbar, sodass schlechte Lötstellen erkannt werden können. Bei der Inlineverlötung ist es manchen schon passiert, dass sich im Flug eine Lötstelle gelöst hat. D.h. diese Lötstelle war schon lange gebrochen, wobei der Kontakt wurde noch durch den Schrumpfschlauch gehalten. Doch durch Oxidation, wurde diese Verbindung immer schlechter, sodass dieses Akkupack einen Wackelkontakt hatte.

Die meist verwendeten Blechlötbrücken haben einen höheren Widerstand als der Kupferdraht, sodass bei hohen Strömen Leistung verloren geht. Ein Nachteil bei der Kupferdrahtverlötung ist allerdings die niedrigere Stabilität, das Pack erhält seine Stabilität größtenteils durch den Schrumpfschlauch. Alternativ könnte man statt dem Draht auch Kupferlötbrücken aus einem Kupferblech schneiden, was die Stabilität stark erhöhrt. Nachteil, höherer Aufwand und höheres Gewicht (mehr Kupfer). Der größte Vorteil der Kupferdraht Methode ist aber wohl, dass sie fast jeder ohne großen Verschleiß durchführen kann.

Die Akkus werden zuerst einmal in eine Klemme eingespannt, der Aufbau ist ziemlich simpel. Man nehme einfach 2 Kiefernleisten, und bohrt an beide Enden ein Loch, sodass man jeweils eine Schraube durchführen kann. Damit die beiden äußeren Zellen nicht stärker gedrückt werden als die mittleren, legt man noch ein 3 mm Depron Stückchen zwischen Leiste und Zellen (s. Foto).




Die Anordnung sollte je nach Zellenzahl in etwa der Abbildung entsprechen




Sind alle Zellen eingelegt so zieht man die äußeren Schrauben soweit an, bis das Depron Stück in der Mitte leicht angequetscht ist. Nun werden die Pole der Zellen angeschliffen, dies geschieht mit einem Dremel oder Schmirgelpapier. Sollte man diesen Schritt übergehen kann es sein, dass das Lötzinn nicht drauf haftet, bzw. nur scheinbar Halt hat.




Nun werden mit einem stärkeren Lötkolben (je nach Zellentyp) die einzelnen Zellen verzinnt. D.h. man gibt ca. 0,5 cm Lötzinn auf die saubere Lötspitze, und hält zwischen Lötkolben und Pol auch noch einmal ein Stückchen Lötzinn (soviel wie notwendig, hier ca. 0,8 cm) dazwischen, die Lötspitze berührt bis zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht die Zelle. Das Lötzinn auf der Spitze hat den Vorteil, dass sich bei Berührung die Wärme sehr schnell auf den Pol übertragen kann, da die Auflagefläche höher ist.

Als nächstes drückt man die Lötspitze auf die Zelle, dabei sollte man genau die Mitte treffen, ansonsten kann es passieren dass der Schrumpfschlauch der Zelle an den Rändern schmilzt, dies kann auch bei überschüssigen Lötzinn passieren. Ich habe einen 100 Watt Weller Hammerlötkolben benutzt, die Verzinnung pro Pol dauerte damit weniger als 2 Sekunden. Nimmt man einen zu schwachen Lötkolben, beziehungsweise einen mit zu wenig Wärmekapazität (dünne Spitze) so wird sich dieser Wert erhöhen. Die Zelle kann dabei auch heißer werden, sodass Kapazität/Lebensdauer verloren geht.

Bei KAN650 Zellen reicht jedoch schon ein Lötkolben mit über 40 Watt, bei den KAN 1050 sollte man schon über 65 Watt haben. Und bei SubC wäre ein 100 Watt Lötkolben zu empfehlen. Das ganze hängt auch wie gesagt immer mit der Masse der Lötspitze zusammen, nimmt man eine Lötspitze für SMD Anwendungen, so kann auch der 65 Watt Lötkolben für die KAN 650 zu schwach sein, da die Temperatur der Lötspitze bei Berührung gleich wieder stark abfällt. Beim Kauf eines Lötkolbens kann ich nur empfehlen sich von vornherein einen "gescheiten" zu kaufen, man merkt einen deutlichen Unterschied zu den Billigprodukten.

Als nächstes nimmt man einen Kupferdraht zur Hand,




spannt ein Ende davon in den Schraubstock, und zieht am anderen kräftig mit der Zange. Dadurch wird der Kupferdraht gerade wie ein Stab.




Nun verzinnt man dieses Kupferstück, sodass sich später die Lötzeit auf der Zelle verkürzt.




Jetzt hält man das eine Ende auf den Pol der jeweiligen Zelle, verzinnt die Lötspitze und drückt auf den Draht, welcher die Zelle berührt. Der Kupferdraht ist nun an der einen Seite verlötet.




Diesen Schritt wiederholt man an der gegenüberliegen Zelle (je nach Anwendung). Sollte die Verlötung nicht sauber/fest genug sein, so hält man zwischen Lötspitze und Zelle noch einmal ein Stücken Lötzinn und drückt drauf, sodass sich das neue Lötzinn sauber verteilt. Mit dem Seitenschneider wird nun das restliche Drahtstück abgeschnitten. Diese Prozedur wiederholt man solange bis alle Zelle verlötet sind.




Um Kurzschlüsse zu vermeiden, sollte man immer ein Blatt Papier über die Pole legen, die im Moment nicht verlötet werden sollen. Gearbeitet wird nur auf einem nicht leitfähigen Untergrund.




Als nächstes kommt der Schrumpfschlauch wie auf den Foto drüber,




während dem Einschrumpfen (Fön, Heißluftgebläse) sollte man auf der Oberseite mit einem Holzkeil drauf drücken, damit das Akkupack sich nicht verzieh. Das Akkupack erhält durch den Schrumpfschlauch schließlich erst seine Stabilität.




Nach dem Einschrumpfen erhitzt man dann noch einmal das rechte überstehende Stück (Foto) und wälzt es dann über die Tischplatte, sodass es die Form der letzten Zelle annimmt.




Die Festigkeit des Steckerschrumpfschlauches kann man erhöhten, indem man vor dem Einschrumpfen ein Stück Pflaster über die entsprechende Stelle klebt, ein Schrumpfschlauchkleber ist dann nicht mehr notwendig.




So sieht dann das fertige Akkupack aus.






Ich wünsche allen beim Nachmachen viel Erfolg!

Johann Irnstetter


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